5.10.2016
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Wirte haben kräftig die Preise erhöht

Die aktuelle Gastronomiepreis-Erhebung der AK zeigt: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Preissteigerung saftig ausgefallen - um durchschnittlich 4 Prozent teurer wurden Essen und Trinken im Wirtshaus. Bemerkenswert auch wieder die teils extremen Preisunterschiede. So ist etwa ein Früchtetee zwischen 1,60 und 4,20 Euro zu haben – ein Unterschied von über 162 Prozent. Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist in dieser Zeit hingegen nur um 0,6 Prozent gestiegen. AK-Präsident Pichler: „Diese jährlichen, überproportionalen Preisanstiege bekommen leider schön langsam Tradition, die Gastronomiepreise entwickeln sich immer mehr zum Inflationstreiber.“  

Die heurige Gastronomie-Preiserhebung der Arbeiterkammer Salzburg fand zwischen Anfang und Mitte September 2016 statt - in 32 Gastronomiebetrieben der Stadt Salzburg. Davon waren 8 Kaffeehäuser, der Rest waren Restaurants oder Gasthäuser. Dabei werden seit Jahren immer die gleichen Betriebe bezüglich ihrer Preisgestaltung von 25 ausgewählten Produkten beobachtet.

2016 liegen die Preise bei der Summe der Mittelwerte aller erhobenen Produkte im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent höher. „Somit ist die diesjährige Steigerung etwas stärker ausgefallen als 2015 zu 2014 (damals +3,05 Prozent)“, berichtet Konsumentenschützer Stefan Göweil, der diese Erhebung geleitet hat, „wobei die Getränke (15 Produkte) mit +2,10 und die Speisen (10 Produkte) mit plus 5,37 Prozent teurer geworden sind.

Überproportionale Teuerung bekommt Tradition

Es ist ein Trend, der sich über vergangenen Jahre leider einzubürgern scheint: Die Verteuerungen bei Essen und Trinken im Gasthaus sind überproportional – stellt man sie der Entwicklung des Verbraucherpreis-Index (VPI) gegenüber. Heuer betrug jener um 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr – Speisen und Getränke sind hingegen wie schon erwähnt um durchschnittlich vier Prozent teurer geworden. Im Vergleich zur Erhebung 2011 (5 Jahresvergleich) stiegen die Preise um 14,52 Prozent, während der VPI in dieser Zeit nur um 7,5 Prozent raufgegangen ist. Man erkennt somit, dass die Preisaufschläge der Gastronomen regelmäßig deutlich über der durchschnittlichen Teuerungsrate liegen.  

Preissteigerungen in Kaffeehäusern häufiger

Im Jahresvergleich blieb bei 57 Prozent der Produkte der Preis gleich, bei 40 Prozent kam es zu einer Verteuerung und bei 3 Prozent wurde der Preis gesenkt.

Interessant: In Cafés waren bei dieser Erhebung häufiger Preiserhöhungen zu beobachten. Hier blieben 43 Prozent der Produkte im Preis gleich, wohingegen 52 Prozent teurer wurden (5 Prozent wurden günstiger). Bei Restaurants/Gasthäuser blieben zum Vorjahr die Preise bei 60 Prozent gleich, 37 Prozent wurden teurer und 3 Prozent günstiger.

Teures Vergnügen „Frankfurter mit Gebäck“

Mit einem gesalzenen Anstieg um 12,08 Prozent im Schnitt wurden Frankfurter mit Gebäck von allen Produkten am kräftigsten erhöht. Die zweithöchste Verteuerung trifft die Eisfreunde: Der Bananensplit kostet heute um 9,2 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Mehlspeisenliebhaber müssen ebenfalls tiefer ins Geldbörsel greifen – der Apfelstrudel wurde durchschnittlich um 7,55 Prozent teurer.

Bei den Getränken verzeichnete der Apfelsaft mit plus 4,15 Prozent die im Schnitt stärkste Preissteigerung, die halbe Bier wurde um 2,39 Prozent teurer.

Erhebliche Preisschere bei einzelnen Produkten

Ein Evergreen bei den jährlichen Gastropreise-Erhebungen sind die teils eklatanten Preisunterschiede bei den einzelnen Produkten in den verschiedenen Gaststätten. Die Differenz beträgt zwischen den einzelnen Betrieben etwa bei den schon erwähnten Frankfurter Würsteln 3,70 Euro, was über 132 Prozent entspricht. In dieselbe Kerbe schlägt der Blattsalat mit Geflügelstreifen, hier gibt es hier eine Preisspanne von 5,60 Euro oder fast 67 Prozent. Auch bei den Getränken variieren die Preise teils stark: ein Glas Früchtetee startet bei 1,60 Euro, der Spitzenpreis liegt bei 4,20 Euro  - also eine Differenz von sagenhaften  162,50 Prozent. Beim Mineralwasser verhält es sich ähnlich, die Sparversion gibt es ab 2 Euro, während die Obergrenze bei 4,09 Euro – Unterschied von 104,50 Prozent - liegt.

„Natürlich ist uns bewusst, dass in unterschiedlichen Lokalen verschiedene Qualitäten und damit Preise auftreten können“, stellt Göweil klar.  

Immer mehr Betriebe lassen sich Leitungswasser bezahlen

Bei dieser Analyse wurde auch erhoben, ob bei Bestellung von Leitungswasser und gleichzeitiger Bestellung einer Speise etwas verlangt wird. „Grundsätzlich ist anzumerken, dass ein Wirt für Leitungswasser etwas verlangen darf - wenn er dies in seiner Getränke- bzw. Speisekarte ausweist. Erfolgt dies nicht, stellt das einen Verstoß gegen das Preisauszeichnungsgesetz dar“, informiert Konsumentenschützer Göweil.

Aufgefallen ist den Erhebern, dass immer mehr Betriebe für Leitungswasser Geld verlangen - heuer 13 von 32 (41 Prozent) Lokalbetreibern. Im Jahr 2015 waren es 12 Betriebe, 2013 erst 7 Lokale und vor 10 Jahren verlangte lediglich ein Wirt etwas. Zwischen 0,30 und 0,60 Euro wurden bei der aktuellen Erhebung für 0,25 bzw. 0,33 Liter Leitungswasser verlangt. Der Preis im Schnitt für das Leitungswasser hat sich seit dem Vorjahr nicht verändert.

Positiv zu vermelden ist allerdings der Umstand, dass nur drei der 13 Betriebe bei gleichzeitiger Konsumation einer Speise Geld für Wasser sehen wollten. Zehn Lokale verzichteten trotz Preisauszeichnung auf eine Verrechnung, wenn man dazu etwas konsumiert. Bei den restlichen 19 Betrieben, bei denen das Leitungswasser nicht auf der Speise- oder Getränkekarte zu finden war, wurde dafür auch nichts verlangt.

AK-Online-Service: Pellets-Preisvergleich

Das Heizen mit Holzpellets hat sich in den vergangenen Jahren zu einer echten Heizalternative entwickelt. Wir haben die aktuellen Preise für Sie!

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK