28.12.2020

Tanken und Heizen billiger, Strom teurer

Bilanz der AK-Energiepreiserhebung 2020: An der Zapfsäule ist´s billiger, aus der Steckdose teurer geworden. Treibstoff ist im Jahresvergleich deutlich billiger geworden – Super um fast 12, Diesel um über 14 Prozent. Gute Nachrichten auch beim Heizöl: 3.000 Liter kosteten heuer um fast 470 Euro weniger als im Vorjahr. Erdgas wurde im Schnitt um 7 Prozent und Pellets um etwa 2,4 Prozent günstiger. Aber: Strom wurde durchschnittlich um 6 Prozent teurer. 

Tanken wie zuletzt 2006

Im Jahresvergleich mit dem Dezember 2019 sanken die Treibstoffpreise deutlich. Der Rückgang liegt bei Super 11,83 Prozent und bei Diesel 14,65 Prozent. Damit können sich Autofahrerinnen und -fahrer über Preise wie zuletzt anno 2006 freuen. Ausnahme Autobahntankstellen: Die Preisunterschiede sind hier noch größer geworden: Super + 36,43 Prozent durchschnittlich, Diesel + 21,8 Prozent im Schnitt. Für 50 Liter Treibstoff berappen Mann und Frau hier um rund 20 Euro mehr als beim Tanken an Bundes- und Landesstraßen.

Geizen beim Heizen

Auch die Heizölpreise sind in diesem Jahr erfreulicherweise deutlich gesunken. Bei Abnahmemengen von 1.000 Litern lag die Senkung bei 8,32 Prozent (Ersparnis: 65,30 Euro). Bei Abnahme von 2.000 Litern betrug diese 18,19 Prozent (Ersparnis: 278,40 Euro) und bei 3.000 Litern 5,69 Prozent (Ersparnis: 467,40 Euro).

AK-Tipp

Wer auf der Suche nach den aktuell günstigsten Tankstellen oder Energieanbietern ist, wird auf www.spritpreisrechner.at und www.e-control.at fündig.

Achtung beim Wechsel des Stromanbieters: Sehr günstig angebotene Stromtarife sind meist nur im ersten Jahr so preiswert. In der Regel steigen die Kosten nach einem Jahr Bindung deutlich an.

AK-Tipp

Mehrere Angebote einholen. Bei großen Abnahmemengen können schon wenige Cent Preisunterschied pro Liter große Auswirkungen haben. Bei kleineren Abnahmemengen (500 bis 1000 Liter) sind die Preisunterschiede stärker ausgeprägt und deshalb lohnt es auch hier, die Preise zu vergleichen und mehrere Angebote einzuholen. Wichtig: Heizöl Extraleicht ist ein genormtes Produkt mit Mindeststandards. Qualitative Probleme bei günstigem Heizöl darf es also keine geben.

Auch wer mit Pellets heizt, darf sich über ein Minus bei den Kosten freuen: Bei der Abnahme von 6 Tonnen Pellets (Durchschnittsjahresverbrauch für ein Einfamilienhaus) waren heuer im Schnitt 2,37 Prozent (oder knapp 35 Euro) weniger zu bezahlen.

Licht und Schatten am Energiesektor

Erdgas ist günstiger als im Jahr 2019: Der Durchschnittpreis 2020 bei einem Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden ist um knapp 7 Prozent gesunken (etwa 45 Euro).

Anders beim Strom: Die Preise für die reine Energie sind zwar konstant geblieben, gedreht wurde jedoch an der Abgabenschraube Ende des Jahres 2019. Die heurige Preisentwicklung ist also nicht auf eine Erhöhung der Energiepreise zurückzuführen, sondern auf verordnete höhere oder neue Abgaben. Hauptverantwortlich dafür sind die deutlich erhöhten Ökostromförderkosten um rund ein Drittel. Der Effekt: Das Preisniveau ist heuer im Gesamtpreis durchschnittlich um rund 6 Prozent gestiegen.

Zur Info: Der Strompreis setzt sich aus drei Grundkomponenten zusammen. Neben der Energie noch die Netzkosten, Steuern und Abgaben. Wobei Netzkosten, Steuern und Abgaben konstante Kosten sind und gesetzlich durch Fixpreise geregelt werden.

AK-Forderung

Gerade jetzt, wo durch mehr Home Office und Distance Learning der private Stromverbrauch steigt und gleichzeitig fast 50.000 Salzburgerinnen und Salzburger ihren Job verloren haben oder in Kurzarbeit sind, sind höhere Strompreise natürlich Gift fürs Geldbörsel.
Deshalb fordern wir, dass wenigstens der Förderbeitrag und die Pauschale zur Förderung erneuerbarer Energie künftig nicht der Umsatzsteuer unterliegen. Das würde die privaten Haushalte entlasten, ohne dass Fördermittel für erneuerbare Energie reduziert werden müssten.


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