10.1.2020

Preise so stabil wie selten - so kann trotzdem gespart werden

Was vielen Autofahrern beim Blick auf die Anzeigetafeln der Tankstellen wohl bereits aufgefallen ist, bestätigt auch der AK-Jahresvergleich. Die Preise sind im 4. Quartal 2019 gesunken (Super -2,82 %; Diesel -1,90 %). Dadurch ergibt sich im Jahresschnitt 2019 ein konstanter Preis von 1,280 Euro pro Liter Super und 1,250 Euro pro Liter Diesel. „Ein erstaunliches Ergebnis, das es in dieser Form noch nie gegeben hat“, analysiert AK-Konsumentenschützer Stefan Göweil. „Im Jahresschnitt ist der Preis für Super exakt wie 2018, bei Diesel lediglich um 0,81 Prozent angestiegen.“

Für Autofahrer, die noch ein wenig mehr sparen wollen, hat der Experte zwei Tipps auf Lager. Aufgrund der Spritpreisverordnung dürfen Tankstellenbetreiber die Preise nur einmal am Tag zu Mittag erhöhen und danach nur noch senken. In der Regel sind die Preise daher zwischen 11 und 12 Uhr am niedrigsten. Und: Am teuersten ist der Sprit noch immer an Autobahntankstellen, wo Autofahrer im Schnitt um 30 % mehr zahlen. Vor längeren Reisen mit dem Auto ist es ratsam, noch vor der Auffahrt auf eine Autobahn vollzutanken und mittels Spritpreisrechner die günstigste Tankstelle in Autobahn-Nähe zu suchen.

Heizölpreis im Jahresschnitt etwas gesunken

Ebenfalls erstaunlich konstant sind die Jahresdurchschnittspreise geblieben. Bei Abnahme von 3.000 Litern sind diese im Jahresschnitt um 0,89 % gesunken. Ausschlaggebend für diese Preisstabilität ist – wie bei den Treibstoffen – die Preissenkung im 4. Quartal. Die Preise für Heizöl sind im Vergleich zum Dezember 2018 bei Abnahme von 3.000 Litern um 5,69 % gesunken (Ersparnis: 137,4 Euro). AK-Konsumentenschützer Göweil empfiehlt den Vergleich mehrerer Anbieter: „Bei großen Abnahmemengen können schon wenige Cent Preisunterschied pro Liter große Auswirkungen haben. Zudem sind die Preisunterschiede bei kleineren Abnahmemengen stärker ausgeprägt. Und: Da Heizöl Extraleicht ein genormtes Produkt mit Mindeststandards ist, dürfte es keine Probleme mit günstig angebotenem Heizöl geben.“

Strom & Gas: Vorsicht bei Wechselrabatten

Obwohl im Strombereich mit 123 Produkten so viel Angebot wie noch nie am Markt zu finden ist, hat dieser zunehmende Wettbewerb zu keinem Sinken der Preise geführt. Zur Freude der Konsumenten bewegen sich die Preiserhöhungen jedoch im Rahmen der Inflationsrate. Das mittlere Preisniveau bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh hat sich eingependelt und ist bei Angeboten ohne Einrechnung von Rabatten um lediglich 1,02 Prozent – und somit weniger stark als die Inflation – gestiegen. Etwas stärker verteuert haben sich die Strompreise inklusive Einmal-Rabatte. Die Preissteigerung liegt mit 1,90 % leicht über der Inflationsrate. „Offensichtlich sind die Anbieter von Einmal-Rabatten, die im ersten Vertragsjahr geboten werden, etwas sparsamer geworden“, analysiert Göweil, der bei Angeboten, die mit Rabatten locken, zur Vorsicht rät. „Der größte Rabatt für 3.500 kWh betrug im Dezember des Vorjahres 324,87 Euro im 1. Jahr. Dies bedeutet aber auch, dass man – wenn vergessen wird zu kündigen – danach bei einem der teuersten Lieferanten Kunde ist.

Im Erdgasbereich hat der gestiegene Wettbewerb – anders als im Strombereich – zu niedrigeren Preisen geführt. Mittlerweile sind 99 unterschiedliche Produkte am Gasmarkt erhältlich. Das Preisniveau sank bei Produkten mit Einmal-Rabatten um 6,96 % und ohne Rabatte um 2,87 %. Verbraucher mit einem Durchschnittsjahresverbrauch von 10.000 kWh sparen sich inklusive Einmal-Rabatte im Schnitt 47 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Auch hier rät Göweil zur Vorsicht: „Im Extremfall liegt der gewährte Rabatt bei 38 % des Normalpreises im 2. Vertragsjahr. Da werden dann aus 736 Euro Jahreskosten als Neukunden, 1.186 Euro im zweiten Jahr.“

Die AK empfiehlt vor einem geplanten Wechsel die verschiedenen Angebote und Varianten im Tarifkalkulator der E-Control und Arbeiterkammer zu vergleichen. Zudem bietet die Konsumentenberatung der AK Salzburg eine unabhängige Beratung an.

Pellets waren von Mai bis Juli am günstigsten

Leicht gesunken sind die Preise für Pellets. Im Jahresschnitt 2019 zahlten Kunden für 6 Tonnen Pellets – dem Durchschnittsjahresverbrauch für ein Einfamilienhaus – 1462,16 Euro und somit 0,47 % weniger als im Vorjahr. „Diese Stabilisierung ist angesichts der Preissteigerungen der Vorjahre umso erfreulicher“, erklärt Göweil. „Nachdem die AK Salzburg im Jahr 2016 die Preise für Pellets erstmals erhoben hat, sind diese jährlich um 3 Prozent gestiegen.“ Wer aktuell mit dem Heizmaterial eingedeckt ist, hat es gut. Die teuersten Monate für den Pelletskauf sind in der Langfristbeobachtung Oktober bis März. Am allergünstigsten kam der Kauf in den vergangenen Jahren von Mai bis Juli. „Wer zum richtigen Zeitpunkt kaufte, hatte im Schnitt um knapp 10 % günstigere Durchschnittspreise. Bei 6 Tonnen ließen sich dadurch knapp 150 Euro sparen“, erklärt Göweil. 

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