9.2.2021

Einkaufen kaum teurer geworden

Eine gute Nachricht von der Einkaufswagerlfront: Die Preise für Güter des täglichen Bedarfs – also Lebensmittel und Hygieneartikel – sind im Jahresvergleich kaum teurer oder sogar etwas billiger geworden. Das gilt sowohl für das untere Preissegment, als auch für Markenprodukte sowie den Einkauf im Internet.

In regelmäßigen Abständen analysieren unsere Konsumentenschützer die Preisentwicklung bei den Gütern des täglichen Bedarfs. Also angefangen von Lebensmitteln über Körperpflege- und Reinigungsartikel bis hin zu Baby- und Tiernahrung. Neben den bereits traditionellen Erhebungen eines Warenkorbs mit den jeweils günstigsten Produkten und eines so genannten Markenwarenkorbs, haben die AK-Konsumentenschützer aus aktuellem Anlass dieses Mal auch einen „Online-Warenkorb“ zusammengestellt und über mehrere Monate untersucht. Haben sich die Online-Bestellungen im Lebensmittelhandel durch die Corona-Pandemie doch stark erhöht.

Die gute Nachricht gleich vorweg: Bei allen 3 erhobenen Warenkörben sind die Preise stabil geblieben – in Zeiten, in denen viele Haushalte und Familien durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit mit starken Einkommensverlusten zu kämpfen haben, zweifellos eine positive Nachricht.  

Günstige Produkte auf Tiefpreiskurs

Beim Warenkorb, der mit den jeweils günstigsten Produkten bestückt ist, ist die Preisentwicklung im Jahresvergleich (November 2019 – November 2020) sehr erfreulich: In diesem Zeitraum sind die Preise um durchschnittlich 2,4 Prozent gesunken.

Ausreißer nach oben und unten sind Tafeläpfel (im Schnitt um 74 Prozent teurer geworden) und TK-Spinat (durchschnittlich um 38 Prozent billiger geworden.)

Untersucht wurden insgesamt 16 Geschäfte der beiden Handelsriesen Spar und REWE sowie M-Preis und die Diskonter Hofer, Lidl und Norma. Wenig überraschend haben die Diskonter die Nase vorn: Beinahe um 12 Prozent liegen die Warenkörbe bei Hofer und Lidl unter dem Gesamtdurchschnitt.

Zur Erhebung

Die Erhebung umfasst einen Warenkorb mit 54 Artikeln des täglichen Bedarfs.

Tabelle Produkte © AK, AK


Die Erhebung wird vor Ort durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine offene Erhebung. Die Aktionspreise wurden erhoben und in die Auswertung aufgenommen. Es soll damit eine reale Kaufsituation abgebildet werden. Aktionspreise, welche jedoch an eine bestimmte Mengenabnahme gebunden sind und nicht für alle Konsumenten gelten, werden jedoch nicht berücksichtigt - auch keine Vorteilskartenpreise. Bei den ausgewählten Produkten wurde in jedem Supermarkt das günstigste Produkt erhoben. Mögliche Qualitätsunterschiede spielen bei dieser Erhebung keine Rolle. Für die aktuelle Erhebung wurden 16 Geschäfte in Salzburg unter die Lupe genommen.

Markenprodukte stagnieren

Auch wer bevorzugt Markenartikel kauft, kann sich über stabile Preise freuen: In diesem Produktsegment sind die Preise der Lebensmittel mit plus 0,34 Prozent praktisch gleichgeblieben. Körperpflegeartikel kosten im Schnitt 2,18 Prozent mehr als vor einem Jahr. Reinigungsmittel sind Durchschnittspreis um 1,34 Prozent billiger geworden.

INTERNER VERGLEICH SALZBURG

Merkur vs. Interspar

Lebensmittel 
Beim Vergleich der Produkte ergab sich, dass die Preise bei 77 Prozent der verglichenen Produkte identisch sind. Es verwundert daher nicht, dass der Preisunterschied aller Lebensmittelprodukte des Warenkorbs zwischen den beiden großen Handelsketten nicht groß ist. Um 3,03 Prozent oder 4,11 Euro hat Interspar die Nase vorne. Der durchschnittliche Einkaufswert der verglichenen 56 Produkte liegt bei 133,61 Euro.

Körperpflege
Hier hat Interspar ebenfalls die „preisliche“ Nase klar vorne. Interspar war bei den 40 Produkten um 16,04 Prozent oder 32,19 Euro günstiger. Der durchschnittliche Einkaufswert der verglichenen 35 Produkte liegt bei 184,59 Euro.

Dies liegt vermutlich auch daran, dass der Spar Konzern über keine eigene Drogeriemarktkette verfügt. Rewe hingegen mit Bipa schon. 

Drogeriemärkte vs. Supermärkte

Drogeriemärkte sind im Gesamtschnitt bei Produkten der Körperpflege um 10,99 Prozent günstiger als die Supermärkte. Bei den 16 Reinigungsmitteln sind die Drogeriemärkte um 22 Prozent günstiger, also um knapp 8 Euro.

AK-TIPP

Drogeriewaren sollte man im Supermarkt nur im Einzelfall kaufen. Günstiger sind hier eindeutig die einschlägigen Drogeriemärkten.

Bipa vs. dm

Der Warenkorb (Produkte aus Körperpflege und Reinigung) war bei dm um 5,11 Prozent günstiger als bei Bipa.  Bei einem durchschnittlichen Gesamtwert des Warenkorbs von knapp 249 Euro macht dies um einen 13,07 Euro günstigeren dm-Einkaufskorb aus.

Zur Erhebung

Im Bereich Lebensmittel wurden 56 Produkte verglichen, im Bereich Körperpflege/Kosmetik 50 Produkte und im Bereich Reinigung 16 Produkte.

hinweis

Es wurden keine Aktionspreise erhoben! War eine Ware in Aktion, wurde für die Auswertung der Normalpreis herangezogen. Preise und Aktionen für die diversen Mitgliedschaften wurden ebenfalls nicht herangezogen.

Neu: Online-Warenkorb

Die Corona-Pandemie hat die Bedeutung von Online-Shops – auch im Lebensmittelhandel – steigen lassen. Deshalb haben wir auch die Preise für Bestellungen im Internet bei REWE & Co. unter die Lupe genommen. Erhoben und verglichen wurden nur die Normalpreise ohne Aktionen. Es wurden generell idente Produkte (Marken) miteinander verglichen.

Positives Fazit: Auch bei online gekauften Produkten gibt es kaum Preisschwankungen.

Lebensmittel (Frischware, verpackte Ware, Tiefkühlware)

Billa Online-Shop - 198 Produkte

  • 06.03.2020:   792,19 Euro
  • 13.05.2020:   789,92 Euro
  • 10.11.2020:   786,42 Euro

Dieser „Billa Warenkorb“ aus 198 Produkten ist somit im Vergleich zwischen März 2020 und November 2020 um ganze 0,44 Prozent günstiger geworden.

Interspar Online-Shop - 214 Produkte

  • 13.03.2020:   895,83 Euro
  • 13.05.2020:   900,48 Euro
  • 12.11.2020:   900,89 Euro

Der „Interspar Warenkorb“ aus 214 Produkten ist somit seit März 2020 um 0,56 Prozent teurer geworden.

 

Drogeriewaren

Wie bei den Lebensmitteln, variieren auch hier die Erhebungswaren zwischen den einzelnen Onlineshops. Nicht überall bekommt man die gleichen Produkte, daneben kann es auch zu Unterschieden in der angebotenen Größe (Menge) kommen.

Es wurde neben Markenprodukte zusätzlich noch Produkte im günstigsten Preissegment erhoben.

BIPA

Anzahl der Produkte je Erhebung: 66

  • 1. Erhebung: 16.04.2020
  • 2. Erhebung: 25.05.2020
  • 3. Erhebung: 05.11.2020

Veränderung November – April 2020:  +0,33 Prozent

DM

Anzahl der Produkte je Erhebung: 66

  • 1. Erhebung: 17./21.04.2020
  • 2. Erhebung: 26.05.2020
  • 3. Erhebung: 06.11.2020

Veränderung November – April 2020:  +0,95 Prozent

Müller Drogeriemarkt

Anzahl der Produkte je Erhebung: 42

  • 1. Erhebung: 21./22.04.2020
  • 2. Erhebung: 27.05.2020
  • 3. Erhebung: 06.11.2020

Veränderung November – April 2020:  -1,03 Prozent

Billa

Anzahl der Produkte je Erhebung: 59

  • 1. Erhebung: 22.04.2020
  • 2. Erhebung: 28.05.2020
  • 3. Erhebung: 11.11.2020

Veränderung November – April 2020:  -0,22 Prozent

Interspar

Anzahl der Produkte je Erhebung: 69

  • 1. Erhebung: 22.04.2020
  • 2. Erhebung: 29.05.2020
  • 3. Erhebung: 16.11.2020

Veränderung November – April 2020:  +0,52 Prozent

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