08.05.2020

Tanken an der Autobahn ist um fast 50 Prozent teurer als abseits

Der Blick auf die Zapfsäulen trügt nicht: Tanken ist derzeit so günstig wie seit über 10 Jahren nicht mehr. Die aktuellen Preise bewegen sich momentan auf dem Niveau des Jahres 2009 zu Zeiten der Bankenkrise. Wie stark die Preise für Benzin und Diesel in den letzten Monaten tatsächlich nachgegeben haben, zeigt eine aktuelle Analyse unserer Konsumentenschützer. Seit Dezember 2019 sanken die Preise im Bundesland Salzburg im Schnitt um 15,83 Prozent für Superbenzin und um 16,26 Prozent für Diesel. Das gilt allerdings nicht für Autobahntankstellen – dort haben sich die ohnehin großen Preisunterschiede weiter verstärkt.


Tankfüllung an der Autobahn kostet 25 Euro mehr

An den Schnellstraßen sind die Preise deutlich weniger gesenkt worden. Hier sind Superbenzin um 2,30 Prozent und Diesel um 5,91 Prozent günstiger geworden. „Die Unterschiede zu den Preisen abseits der Autobahnen sind im 4-Monatsvergleich dadurch noch eklatanter geworden“, berichtet Erhebungsleiter Stefan Göweil vom AK-Referat Marktbeobachtung. Bei Super beträgt der Unterschied im Durchschnitt nun 46,55 Prozent und bei Diesel 48,22 Prozent. 50 Liter Sprit an der Autobahntankstelle kosten derzeit also im Schnitt um 25 Euro mehr als abseits der Schnellstraßen.

Göweil: „Natürlich haben Betreiber von Autobahntankstellen mit dem deutlich gesunkenen Verkehrsaufkommen durch fehlende Tourismusfahrten und weniger Transitfahrten zu kämpfen.“ Auch die Einschränkungen in der Gastronomie durch die von der Bundesregierung erlassenen Covid-19-Bestimmungen treffen sie voll. Doch diese Probleme haben auch die Betreiber von Tankstellen abseits der Autobahnen. Es ist nicht erklärlich, weshalb in Salzburg die Autobahntankstellen derartig teuer sind. Im angrenzenden Bayern liegt das Preisniveau bei den Autobahntankstellen ebenfalls über denen der abseits der Schnellstraßen gelegenen Tankstellen. Jedoch bei Super mit 19 Prozent und bei Diesel mit 23 Prozent deutlich weniger ausgeprägt. 

Lungau bleibt Preishochburg

Eindeutig teuerster Bezirk bleibt der Lungau. Hier liegen die Preise bei Superbenzin um 15,83 und bei Diesel um 11,63 Prozent über dem Landesschnitt. „Es findet dort einfach kein Preiswettbewerb statt, es fehlt ein Preisbrecher in Form von Diskontern“, so AK-Experte Göweil. Ein Hinweis auf den lahmen Wettbewerb ist auch, dass die Preise über den Tagesverlauf gesehen im Lungau sehr stabil bleiben. In anderen Teilen des Landes bewegen sich die Preise von günstig vor 12 Uhr bis meist etwas teurer nach 12 Uhr. Knapp vor Mittag zu tanken, bringt im Schnitt rund 3 Cent Ersparnis je Liter. 

Viel Sparpotenzial bei Heizöl

Im Jahresvergleich zeigt sich, dass derzeit erhebliches Sparpotenzial bei Heizöl herrscht: Vergleich zum März 2019 sind die Preise sehr stark gesunken. Bei Abnahmemengen von 1.000 Litern lag die Senkung bei 31,41 Prozent (Ersparnis: 272,20 Euro). Bei Abnahme von 2.000 Litern 28,67 Prozent (Ersparnis: 458,60 Euro) und bei 3.000 Litern 28,59 Prozent (Ersparnis: 675,30 Euro).

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