24.5.2018
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VW-Klage gestartet

Der Autohersteller Volkswagen hat zwischen 2008 und 2015 in großem Stil bei Abgas-Tests getrickst: Eine Software konnte den Schadstoffausstoß manipulieren, sobald das Fahrzeug auf den Prüfstand kam. Damit wurden die Kunden nicht nur getäuscht – nach Auffliegen des Skandals verlor ihr Auto auch deutlich an Wert. Die notwendigen Software-Updates verursachten zusätzliche Folgeprobleme. In Österreich sind mehr als 360.000 Fahrzeuge betroffen, und zwar von den Marken Audi, VW, Skoda und Seat. Es gibt genügend rechtliche Anhaltspunkte, dass VW für diese Schäden haften muss. 

Nachdem die Arbeiterkammer und das Konsumentenschutzministerium den Verein für Konsumenteninformation (VKI) mit der Durchführung von Klagen gegen VW beauftragt hatten, gab der VKI nun den Startschuss dafür. Die Sammelaktion gegen VW steht. Bis 20. Mai konnten sich vom Abgasskandal betroffene Autofahrerinnen und Autofahrer auf verbraucherrecht.at anmelden.

Kein Risiko

Die Klagen finanziert Roland ProzessFinanzAG. Der Organisationsbeitrag beträgt 120 Euro. Wer sich dem bereits länger laufenden Strafverfahren über den Verein für Konsumenteninformation als Privatbeteiligter angeschlossen hat, zahlt 50 Euro. „Volkswagen hat sich bis jetzt beharrlich geweigert, seinen Kundinnen und Kunden in Österreich außergerichtlich eine Entschädigung anzubieten. Und das, obwohl sie die Manipulationen bei den Abgastests zugegeben hatten“, sagt AK Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic. „Es kann nicht sein, dass vorsätzliche Manipulationen ohne Folgen bleiben und die Konsumentinnen und Konsumenten auf ihrem Schaden sitzen bleiben.“

EU-Sammelklagen geplant

„Der jüngste Vorstoß der EU-Kommission zur EU-Sammelklage war mehr als nötig“, so Zgubic. „Denn er zieht die Konsequenz aus dem VW-Skandal und verbessert klar den Zugang zum Recht für Konsumentinnen und Konsumenten.“ Denn bei der österreichischen Sammelklage gibt es große Defizite bei der Durchsetzung von Massenschäden gegen ausländische Gegner ebenso wie etwa bei Bagatellschäden. Die EU Kommission will nun die Defizite beseitigen und den Rechtsschutz in Richtung Sammelklage ausweiten – so soll etwa auch die Verjährung der Ansprüche unterbrochen werden. 

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