300 Euro (!) pro Quadratmeter - Salzburgerin wurde über den Tisch gezogen

Frühjahrsputz mit fatalen Folgen: Eine Salzburgerin zahlte für die Reinigung ihrer beiden Orientteppiche 1.700 Euro. Wie sich herausstellte, wurde ihr von der Reinigungsfirma das Zehnfache vom eigentlichen Preis aus der Tasche gezogen. Immer mehr Fälle werden bekannt, in denen Konsumentinnen und Konsumenten für die Reinigung und Reparaturen ihrer Teppiche viel zu hohe Preise verrechnet werden. So etwas muss man sich nicht gefallen lassen. Die AK setzt sich für Betroffene ein und bietet Unterstützung.

Auch die erfahrensten AK-Konsumentenschützer staunten nicht schlecht als sich Elisabeth S. (Name geändert) mit ihrem Problem an die Arbeiterkammer Salzburg wandte. 1.700 Euro musste sie für die Reinigung ihrer beiden Orientteppiche hinblättern. Bei diesen handelte es sich um einen 240 x 160 cm und einen 160 x 80 cm großen Teppich. Beide zusammen kommen auf 5,12 Quadratmeter. „In Anbetracht der branchenüblichen Preise von 25 bis 29 Euro pro Quadratmeter, abhängig von der Qualität, handelt es sich bei dem Gesamtbetrag von 1.700 Euro um einen Wunschbetrag der in keinem Verhältnis zum Wert der Dienstleistung und dem Wert der Teppiche steht“, warnt AK-Konsumentenschützer Peter Niedermayr. Betrachtet man den Fall von Elisabeth S. so hätte sie für die Reinigung ihrer beiden  Teppiche einen Gesamtbetrag von rund 138 Euro bezahlen müssen. Der ihr verrechnete Preis von 300 Euro pro Quadratmeter übersteigt den Normalpreis um das Zehnfache! Auch der von ihr unterschriebene Dienstleistungsvertrag rechtfertigt diesen Preis keineswegs.

Beratungsbedarf steigt

Immer öfter wenden sich Konsumentinnen und Konsumenten an die Expertinnen und Experten der AK Salzburg und schildern ihnen ähnliche Fälle. So konnten bereits mehrere schwarze Schafe in der Reinigungsbranche aufgedeckt werden. Diese locken vor allem mit billigen Preisen in Werbebeilagen in Zeitungen und mit speziellen Reinigungsmethoden. Den Kundinnen und Kunden werden dann aber überhöhte Summen abgeknüpft.

Absicherung durch einen Kostenvoranschlag

Um solch einer Abzocke zu entgehen ist es wichtige mehrere Kostenvoranschläge von unterschiedlichen Firmen einzuholen. Nur so kann man vergleichen, ob die verrechneten Preise marktüblich sind. „Mit einem verbindlichen Kostenvoranschlag können sich Kundinnen und Kunden gegenüber unsauberen Praktiken absichern. Bei fehlerhafter beziehungsweiser unzureichender Arbeit kann so in manchen Fällen eine Rückzahlungsvereinbarung erreicht werden“, mahnt AK-Konsumentenschützer Niedermayr. Wer seine orientalischen Teppiche liebt, sollte diese nur etablierten Fachfirmen zur Reinigung und Reparatur überlassen.

Tipps

  • Bevor eine Firma fix beauftragt wird, sollten mehrere Kostenvoranschläge eingeholt werden. Nur so kann man vergleichen, ob die Preise marktüblich sind.
  • Im Internet können mögliche Referenzen und Informationen zu einer bestimmten Firma eingeholt werden.
  • Alle Vereinbarungen sollen schriftlich festgehalten werden
  • Keine Anzahlungen im Voraus leisten
  • Bevor die Bezahlung der Dienstleistung erfolgt, ist eine Kontrolle der Arbeit empfehlenswert
  • Die Zahlung der Dienstleistung sollte schriftlich bestätigt werden



fälle aus der praxis

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