Statt Schnäppchen zu ergattern tappt man bei habibi.de voll in die Abofalle

Die Plattform „habibi.de“ macht intensiv Werbung im Web. Es werden Waren zum absoluten Schnäppchenpreis versprochen. Für ein iPhone um 17 Euro muss man sich kostenlos anmelden. Im nächsten Schritt wird ein ´Premium Paket´ notwendig. Es kostet einen Euro für zwei Wochen Testlaufzeit. „Wer nicht mit der Lupe nach dem Kleingedruckten sucht, übersieht leicht, dass ein ´Sonderkündigungsrecht´ zu nutzen ist. Sonst werden in Summe fast 160 Euro fürs erste Vertragsjahr fällig“, warnt AK-Konsumentenschützerin Claudia Bohl – Ware bekommt man sowieso keine. 

In der AK mehren sich die Beschwerden und Anfragen zur Homepage habibi.de. Die Internet-Plattform verspricht ihren Kundinnen und Kunden Informationen über Händler, die gefragte Produkte zu absoluten Tiefstpreisen verkaufen. Die meisten Betroffenen in Salzburg kommen über Facebook auf die Seite, wo iPhones oder Dell-Notebooks für unter 20 Euro angeboten werden – es sind aber nur Lockmeldungen. Denn im nächsten Schritt muss man eine Premium-Mitgliedschaft erwerben. Sie kostet in den ersten 14 Tagen einen Euro. Vor dieser Testphase wird man über das „einmalige Angebot“ und die notwendige „Einzelzahlung“ informiert. Auch AGBs, Widerrufsbelehrung und Datenschutzbestimmungen muss man akzeptieren, bevor man den Button „Kaufen“ klickt. 

„Der Anbieter weist nur in einem gut versteckten Fließtext rechts auf der Homepage über die darüber hinausgehenden Zahlungspflichten hin“, kritisiert Claudia Bohl vom AK-Konsumentenschutz. Es werden nämlich eine Aktivierungsgebühr von 59 Euro und eine Jahresgebühr von 98 Euro fürs erste Jahr fällig. Die Mindestvertragsdauer beträgt gar zwei Jahre. Schon kurz nach ihrer Testphase erhielten viele Konsumenten die saftige Rechnung. Die Waren sahen sie nie, denn die Plattform gibt sich selbst nur als Mittelsmann aus. 

Hinweis

Aus Sicht der AK-Expertin kann der Vertrag aus mehreren Gründen angefochten werden: 

  • Weder die Dauer noch die Gesamtkosten sind klar aufgelistet.
  • Eine Rücktrittsverzichtserklärung und Belehrungen beziehungsweise
    Bestätigungen dazu fehlen.
  • Die Bezeichnung „einmaliges Angebot“ ist irreführend

AK bietet Musterbrief für Kündigung der Abofalle

„Sollten Sie eine Aufforderung von habibi.de erhalten, zahlen Sie nicht!“, rät Claudia Bohl. Die AK bietet einen Musterbrief zum Vertragsrücktritt an. Er sollte per Einschreiben abgesendet werden. So wird wirksam der Rücktritt erklärt und man ist nicht zur Zahlung verpflichtet. „Sollte es dennoch Probleme geben, dann wenden Sie sich an den Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Salzburg“, so Bohl.

 

fälle aus der praxis

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