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Wissenschaft treibt die Gesellschaft an, entwickelt sie, macht sie gerechter

Zum 5. Mal hat die AK Salzburg heuer einen Wissenschaftspreis ausgeschrieben. Den Förderpreis vergibt sie zum 4. Mal. Gestern, am 16. November, wurden die Auszeichnungen im Parkhotel Brunauer vor rund 100 Gästen verliehen. Die Festrede hielt Univ. Prof.in Dr.in Sonja Puntscher-Riekmann zum Thema: „Zerreißproben der Europäischen Union. Zwischen Vertiefung, Erweiterung und Skeptizismus.“

Puntscher-Riekmann lieferte eine Tour d’horizon durch die letzten 20 Jahre und die Zukunft der EU. Der Bogen wurde dabei von der Einführung des Euro über die Finanzkrise bis zur Flüchtlingskrise und zum Brexit gespannt. „Europa leidet am Widerspruch zwischen offenen Märkten und sich schließender nationaler Sozialstaaten“, so die Universitätsprofessorin.

Trotz aller Schwierigkeiten beginne sich gerade jetzt aber wieder ein optimistisches Europa zu formen. In der Krise läge auch die Chance. „Ein zukunftsfähiges Europa braucht ein Mehr an Solidarität, an Demokratie und eine starke Sozialpartnerschaft. Letztlich geht es um die Lösung der Sozialen Frage auf Grundlage der Europäischen Tradition des gesellschaftlichen Zusammenhalts“, stellte Europa-Expertin Sonja Puntscher-Riekmann klar.

Zu den anstehenden Meilensteinen gehörten: eine Stärkung des Europaparlaments, ein europaweiter Dialog der Sozialpartner und die Einführung einer europäischen Arbeitslosenversicherung. Vielleicht läge darin die Neugründung der EU, wie sie etwa Emanuel Macron gefordert hat.

Wissen ist die Basis für faktenorientiertes, gerechtes Handeln

„Wissenschaft schafft wichtige Grundlagen für zukünftige Entwicklungen. Sie kann zu mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit führen. Das Miteinander von Theorie und Praxis, also Grundlagenarbeit und konkreter Interessensvertretung, ist unerlässlich für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Gesellschaft. Deshalb ist der AK diese Grundlagenarbeit im eigenen Hause ebenso wichtig wie an den Hochschulen. Und deshalb fördern wir wissenschaftliche Arbeiten, die auf verschiedenste Weise zu mehr Fairness führen können. Die Arbeit vieler engagierter Forscherinnen und Forscher ist unverzichtbar für Vielfalt und Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft. Dieses Aufzeigen von und Beschäftigen mit gesellschaftlichen Alternativen honorieren wir. Es braucht Alternativmodelle etwa zum vorherrschenden Neoliberalismus, der gerade jetzt wieder die Beschäftigten und ihre Vertreterinnen und Vertreter empfindlich schwächen und auseinanderdividieren will!“, so AK-Präsident Siegfried Pichler.

Der AK Wissenschaftspreis wurde in den Kategorien „Gesellschaftsrelevantes Thema“, „Zukunfts- bzw. technisch-naturwissenschaftliches Thema“ und im Bereich „Wirtschaft und Recht“ vergeben. Einreichen konnte, wer 2016 oder 2017 eine Abschlussarbeit eines Master-, Diplom- oder Doktorratsstudiums an der Fachhochschule oder an der Universität Salzburg fertiggestellt hat, welche die Arbeits- und Lebensbedingungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie deren Verbesserung behandelt. Der Förderpreis wird für Bachelorarbeiten aus dem Bereich Gesundheitswissenschaft und pädagogische Berufsfelder vergeben. Insgesamt wurden 101 Arbeiten eingereicht und begutachtet.

Die Zukunft liegt in den Köpfen

Der Rektor der Uni Salzburg, Heinrich Schmidinger, FH-Geschäftsführerin Doris Walter und Elfriede Windischbauer, Rektorin der PH Salzburg  betonten in ihren Grußworten besonders die Bedeutung des AK-Wissenschaftspreises und des Förderpreises für die Empfängerinnen und Empfänger und die wissenschaftliche Landschaft im Land. Positiv wurde auch herausgehoben, dass der Preis keine einmalige Aktion, sondern mittlerweile bereits eine Institution im Bundesland sei. Junge Leute sehen so, dass ihre Arbeit wertvoll ist und sie in eine spannende wissenschaftliche Zukunft blicken.

„Bildung ist die Zukunft im Kopf. Österreich verfügt über ein großes Potenzial, kann im Bereich Forschung international mithalten. Das zeigt sich auch an den vielen sehr unterschiedlichen und äußerst spannenden, qualitativ hochwertigen Arbeiten, die eingereicht wurden“, sagte Hilla Lindhuber, Leiterin der Abteilung Bildung, Jugend und Kultur in der Arbeiterkammer Salzburg.

PreisträgerInnen 2017 © AK/Lindenbauer

Die Preisträgerinnen und Preisträger:

Gesellschaftsrelevantes Thema

  • Christoph Artner-Sulzer JUGENDBETEILIGUNG WIRKT?! - Individuelle Wirkungen des Beteiligungsformats „Jugendrat“ auf seine Teilnehmer/innen
  • Timon Karge, MSc Psychische Belastungen am Arbeitsplatz: Der neue Screeningfragebogen objektiver Arbeitsbedingungen und die Bewertung weiterer Screeningverfahren 
  • Drin Lisa Lechner The Political, Social, and Ecological Weight of Preferential Trade Agreements
  • Maga Theresa Pfenig "Sport für Alle?" - Eine Analyse der Lebens- und Bewegungswelt sozial und ökonomisch benachteiligter Jugendlicher in Salzburg
  • Christian Resch , BA BA MA Wohlfahrtsstaatliche Vielfalt in Europäischer Einheit

Zukunftsthema bzw. technisch-naturwissenschaftliches Thema

  • Radomir Dinic , BSc MSc Portionsgrößenbestimmung mittels 3D-Rekonstruktion auf Smartphones.
  • Bettina Grotz Time-resolved uptake of protein – nanoparticle conjugates in lung epithelial A549 and macrophage-like THP-1 cells 
  • Dr. Richard König , MSc., Bakk. rer. nat. On the functional relevance of immature cortical neurons: Fate and Physiology 
  • DI Christian Promper, BSc Anomaly Detection in Smart Grids with Imbalanced Data Methods 
  • Sarah Rückl , MA Naturwissenschaftliche Kompetenzentwicklung im Vorschulalter am Beispiel der Spürnasenecke

Bereich Wirtschaft & Recht

  • Maga Caterina Marzia Ascanelli Das Mitverschulden bei der Entlassung
  • Drin Natascha Brandstätter Verjährung und Schaden
  • Karin Grün, LLM.oec Der leitende Angestellte im Arbeits- und Sozialrecht 
  • Magdalena Schürz, LLB.oec The application of the fundamental freedoms in purely internal situations 
  • Maga Lena Valeria Worsch Besonderheiten Im Theaterarbeitsrecht

Förderpreis 2017

  • Julia Pietsch BEd BE-Unterricht als Resilienz stärkendes Fach für Grundschulkinder, die in einer speziellen, schwierigen Situation stehen 
  • Nina Riedlsperger BEd Selbstständigkeit und Teilhabe in einer inklusiven Gesellschaft? - Eine Einzelfallstudie
  • Astrid Salmhofer Antibiotikafreie Clostridium difficile Behandlung

Die Jury für das gesellschaftsrelevante, das Zukunftsthema und den Förderpreis:

  • Rektor Univ.-Prof. Dr. Heinrich Schmidinger
  • Vizerektorin Ao. Univ. Prof.in Dr.in Silvia Hahn
  • PH-Rektorin Mag.a Dr.in Elfriede Windischbauer
  • FH-Rektor Prof. Mag. Dr. Gerhard Blechinger
  • FH-Geschäftsführerin Mag.a Dr.in Doris Walter
  • Univ.Prof. Dr. Günter Lepperdinger
  • Dr. Peter Gutschner, Leiter des Referates Hochschulen, Wissenschaften und Zukunftsfragen/Land Salzburg
  • AK-Direktor-Stellvertreterin Mag.a Cornelia Schmidjell
  • Mag.a Hilla Lindhuber, Leiterin der AK-Bildungsabteilung

Die Jury für den Bereich Wirtschaft und Recht

  • Univ.-Prof.in Dr.in Sonja Puntscher-Riekmann
  • Vizerektor Ao. Univ. Prof. Dr. Rudolf Feik
  • Univ.-Prof. Dr. Walter Scherrer
  • Univ. Prof. Dr. Walter Pfeil
  • Mag. Heimo Typplt, Leiter der AK-Rechtsabteilung
  • Mag. Wolfgang Goricnik MBL, AK-Referat Wirtschaft & Recht
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