Simulationsspiel der AK: Schüler erwirtschaften Wohlstand für alle

Erstmals wird in den letzten beiden Schulwochen für zehn Klassen der Wirtschaftskreislauf vereinfacht, aber realistisch simuliert. Eine ideale Verknüpfung von Lehrinhalten und spielerischer Praxis. Die Schülerinnen und Schüler erkennen aber auch, dass eine Volkswirtschaft, in der die Verteilung gerechter ist, langfristig profitabler ist, als ein Modell, in dem allein die Profitmaximierung zählt. AK-Präsident Siegfried Pichler: „Österreich geht es dank des Sonderweges der Sozialpartnerschaft besser als den meisten anderen Nationen. Unternehmen und Arbeitnehmer erkämpfen Wohlstand gemeinsam am besten!“

Wirtschaft spielerisch lernen. Das gab es bis jetzt noch nicht in Salzburg. Die Abteilung für Bildung, Jugend und Kultur der Arbeiterkammer bietet heuer im Rahmen ihrer Bildungsreihe „Arbeitswelt und Schule“ erstmals in Salzburg ein Simulationsspiel, an, bei dem Jugendliche aus allen Schultypen Einblick in den Wirtschaftskreislauf erhalten. 230 Schülerinnen und Schüler nutzen das Angebot. „Natürlich ist das Projekt für Handelsakademien, Handelsschulen und kaufmännische Berufsschulen besonders interessant. Aber auch Neue Mittelschulen sind dabei. Das Simulationsspiel richtet sich ausdrücklich an alle von der achten bis zur 13. Schulstufe“, sagen Franz Fuchs-Weikl und Sabine Stadler. Sie haben die Idee der Arbeiterkammer Wien nach Salzburg geholt: „Wir bieten Wissen zur Wirtschaft leicht verständlich an“, so Fuchs-Weikl und Stadler. 

Hilla Lindhuber, Leiterin der Abteilung: „Arbeitswelt und Schule“ ist ein Riesenerfolg. Sehr viele Lehrkräfte nutzen die Inhalte mit ihren Klassen. Dass schon jetzt 230 Jugendliche am Simulationsspiel teilnehmen bestätigt umso mehr, dass es einen Bedarf an diesem neuen, attraktiven Service gibt.  

Lernen, wie Wohlstand am besten erzeugt wird

Konkret wird der Zusammenhang zwischen Betrieb und Volkswirtschaft in einem dem europäischen Wirtschaftsraum ähnlichen Setting vermittelt. Die Spieler leiten in Gruppen als Betriebswirte ein Unternehmen – oder den Staat, die volkswirtschaftliche Seite. Das Ziel ist, Wohlstand für alle zu erzeugen. Was das allerdings bedeutet, bestimmen die Spielerinnen und Spieler selbst. Sie werden zu Akteuren und erkennen Konzepte wie Angebot und Nachfrage sowie deren Wirkung auf die Preise. „Wie wirken sich Investitionen in Bildung und neue Maschinen aus? Warum sorgt eine kollektive Lohnerhöhung auch für mehr Gewinne für die Unternehmen? Wie hängen Lohnkosten und Produktivität zusammen? Und wie kann der Staat Wirtschaft positiv fördern? Das alles sind Kernelemente und Lerninhalte des Spiels“, sagt Franz Fuchs-Weikl.

Produktivität steigern – fairen Anteil sichern

Der Ablauf: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer legen in einem Brainstorming fest, was Wirtschaft und Wohlstand für sie bedeuten. Dann werden in Gruppen fünf Unternehmen und ein Staat gegründet. Natürlich bekommen alle einen Namen, auch der fiktive Staat und dessen Währung. Zudem legt er drei politische Ziele fest. Nach der Erklärung des Spiels versuchen die Schülerinnen und Schüler drei Runden lang möglichst große Gewinne zu erzielen. Dann wird die Bilanz der Betriebe erstellt und die Lohnquote errechnet – das Verhältnis der Arbeitnehmerverdienste am gesamten Volkseinkommen. „Es geht auch darum, dass die Schülerinnen und Schüler verstehen, wie Produktivität entsteht. Unternehmen, die früh investieren machen früher Gewinn. Natürlich wetteifern die jungen Leute auch miteinander. Zentrales Ziel ist aber, sichtbar zu machen, worum es bei Kollektivvertragsverhandlungen geht und warum es sie gibt. Das Spiel zeigt klar, dass es der Wirtschaft besser geht, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen fairen Anteil bekommen. Beide Seiten brauchen einander“, sagt Franz Fuchs-Weikl. 

Überblick über Wirtschaftskreislauf und praktische Übung

Daniela Huber-Krimplstätter, Lehrerin an der HAK II in Salzburg, die mit ihren Schülerinnen und Schülern gespielt hat,  ist jedenfalls begeistert: „Das Planspiel bietet einen guten Gesamtüberblick über den Wirtschaftskreislauf. Die Schüler sehen selbst, welchen Einfluss sie haben, wie sich Unternehmensentscheidungen auf den Erfolg auswirken. Sie ergänzen die Theorie aus der Schule und sehen: Diesen Fachbegriff aus dem Unterricht gibt es wirklich – und man kann ihn brauchen! Sehr gut gefällt mir auch, dass die Spielerinnen und Spieler eine Unternehmensbilanz mit Aktiva und Passiva vorlegen müssen. Eine tolle Verknüpfung von Lehrinhalten und spielerischer Praxis!“

Auch den Schülern gefällt es: „Das ist wirklich gut simuliert!“

Pascal spielt den Staat: „Ich kann viel gestalten und sehe wie Subventionen und Maßnahmen sich auf die Wirtschaft auswirken. Ich würde auf alle Fälle wieder teilnehmen. Dann aber als Unternehmer, um auch die andere Seite kennen zu lernen.

„Mir macht es mindestens genauso viel Spaß wie dem Staat“, grinst Schüler Daniel: „Alles ist sehr detailreich. Es geht um den Geschäftsprozess. Das ist wirklich gut simuliert: Man muss das eigene Vorgehen planen, um Spielgeld zu verdienen. 

Ähnlich sieht das Milena, die ebenfalls mit der zweiten Klasse der HAK II am Spiel teilnimmt: „Man spielt das echte Leben. Es macht Spaß, in Gruppen zu arbeiten. Unserem Unternehmen geht es gut. Gerade hat der Staat eine Beschäftigungsförderung für Frauen umgesetzt. Da hatten wir Glück, weil wir viele eingestellt haben…“

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Simulationsspiel fuhren ordentliche Gewinne ein – ganz besonders, wenn sie investiert und faire Löhne bezahlt haben

Gemeinsam fair verteilten Wohlstand erzeugen

AK-Präsident Siegfried Pichler: „In letzter Zeit werden die Sozialpartner immer wieder als Hemmschuh oder Streithähne verunglimpft. Aber das Gegenteil ist der Fall. Wirtschaft und Arbeitnehmer sind Partner im wahrsten Sinne des Wortes und brauchen einander. Natürlich ist man nicht immer einer Meinung. Aber dank dieses Sonderweges in Österreich geht es uns nach wie vor besser als fast allen anderen Nationen. Und dafür arbeiten wir auch in Zukunft! Unser auf realen wirtschaftlichen Abläufen basierendes Spiel zeigt genau, wie eine Wirtschaft funktioniert, in der Unternehmen und Angestellte gemeinsam mehr Wohlstand erzeugen. Und das klappt umso besser, je fairer er verteilt ist!“

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