11.5.2020

Corona: Schutz für schwangere Arbeitnehmerinnen

Frauen, die jetzt ein Kind erwarten, sorgen sich zu Recht um ihre Gesundheit und die des Babys. Nach bisherigem Wissensstand gibt es zwar keinen Hinweis auf ein erhöhtes Erkrankungsrisiko während der Schwangerschaft, jede mögliche Erkrankung soll aber vermieden werden. Aus reiner Angst vor Ansteckung, darf man nicht der Arbeit fernbleiben. Aber es gibt besondere Schutzbestimmungen für all jene, die ihre Arbeit nicht von daheim aus erledigen können. Da man unter einer Atemschutzmaske nur schwer Luft bekommt, dürfen Schwangere keine Arbeiten ausführen, die eine Maske erfordern. In der unmittelbaren Betreuung im Gesundheitsbereich – beispielsweise als Ärztin, Krankenschwester oder Altenpflegerin – dürfen werdende Mütter derzeit nicht eingesetzt werden. In Supermärkten oder Apotheken sollen Schwangere aus den Zonen mit erhöhtem Kundenkontakt abgezogen und möglichst in anderen Bereichen, etwa im Lager, beschäftigt werden. Wer Fragen dazu hat, kann sich jederzeit in der Arbeitsmedizin des eigenen Unternehmens oder beim Arbeitsinspektorat erkundigen.

Covid-19 in der Schwangerschaft

Schwangere scheinen der WHO und deren Daten aus China zufolge kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben. Basierend auf den bisher vorliegenden wenigen Untersuchungen und Fallberichten aus China zu Immunreaktionen bei Neugeborenen kann eine Übertragung im Mutterleib nicht ausgeschlossen werden. In den meisten Fällen zeigen die Kinder COVID-positiver Mütter nach der Geburt keine Krankheitszeichen. Bislang sind nur einzelne Fälle von Erkrankungen bei Neugeborenen beschrieben, die möglicherweise Folge einer Infektion im Mutterleib sind. Eine Übertragung auf das neugeborene Kind ist über den engen Kontakt und eine Tröpfcheninfektion möglich. Bisher gibt es keine Nachweise von SARS-CoV-2 in der Muttermilch. Die Datenlage ist derzeit aber noch nicht ausreichend, um diese und andere Fragen zu COVID-19 in der Schwangerschaft sicher zu beantworten. (Quelle: RKI)

Schutzmaßnahmen 

In Bereichen der unmittelbaren Betreuung wie im Gesundheitsbereich – dort wo Schutzmasken FFP1, FFP2 oder FFP 3 getragen werden müssen – dürfen Schwangere nicht arbeiten. Diese Masken erschweren die Atmung und sind daher für Schwangere verboten.
In anderen Bereichen, wo erhöhter Kundenkontakt herrscht, wie in Supermärkten oder Apotheken sollten Schwangere möglichst aus dem direkten Kundenkontakt abgezogen werden und anderweitig im Betrieb eingesetzt werden. Der Arbeitgeber, die Arbeitgeberin hat dafür Sorge zu tragen, dass die erforderlichen Hygienemaßnahmen eingehalten werden, wie eine gute Händehygiene und keine Berührungen des eigenen Gesichtes. Außerdem muss der Mindestabstand von 1m eingehalten werden.
Ist der Abstand nicht möglich, müssten andere Schutzmaßnahmen getroffen werden. Günstig ist es hierbei die arbeitsmedizinische Betreuung hinzuzuziehen.
In Gesundheitsberufen oder in der Kinderbetreuung im Kindergarten dürfen Schwangere nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, bei denen der Schutzabstand nicht sicher eingehalten werden kann.

Hinweis

Mund-Nasen-Schutz (MNS, „OP-Maske“) stellt keinen Atemschutz im Sinn von persönlicher Schutzausrüstung dar. Schwangere dürfen erforderlichenfalls einen solchen verwenden. Da das Tragen dieser Maske jedoch auch mit einem gewissen Atemwiderstand verbunden ist, sollte darauf geachtet werden, dass die durchgehende Tragedauer eine Stunde nicht übersteigt und dann eine Pause gemacht wird.
In einer Vereinbarung der Sozialpartner für den Handel werden die Betriebe ersucht, Schwangere vom Dienst frei zu stellen. Zur Vereinbarung GPA-djp Die Voraussetzung für eine Freistellung nach § 3 Abs. 3 MSchG liegen derzeit nicht vor - wie eingangs dargestellt.



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