Kinderbetreuungsgeld-Varianten für Geburten bis zum 28.2.2017

Der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld besteht grundsätzlich ab Geburt des Kindes. Im Falle eines Wochengeld-Anspruches ruht das Kinderbetreuungsgeld bis zum Ende des Bezuges des Wochengeldes in Höhe des Wochengeldes.

Wer hat Anspruch?

Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld hat immer nur ein Elternteil. Dies gilt für leibliche Eltern sowie Adoptiv- und Pflegeeltern.

Voraussetzungen für einen Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld sind:

  • Bezug der Familienbeihilfe für das Kind

  • Lebensmittelpunkt von antragstellenden Elternteil und Kind in Österreich

  • ein gemeinsamer Haushalt mit dem Kind (Hauptwohnsitz)

  • die Einhaltung der Zuverdienstgrenze pro Kalenderjahr

  • für Nichtösterreicher/innen zusätzlich ein rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich (NAG-Karte) bzw. die Erfüllung bestimmter asylrechtlicher Voraussetzungen

5 Kinderbetreuungsgeld-Varianten

  • Pauschalvariante 1* ( Langvariante): 30 + 6

    Bezugsdauer: bis maximal zum 36. Lebensmonat des Kindes (Bezug beider Elternteile), ein Elternteil bis maximal zum 30. Lebensmonat

    Bezugshöhe: 14,53 Euro täglich (rund 436 Euro monatlich) Mehrlinge: 7,27 Euro täglich pro weiteres Mehrlingskind

  • Pauschalvariante 2*: 20 + 4

    Bezugsdauer: bis zum 24. Lebensmonat (Bezug beider Elternteile), ein Elternteil bis maximal zum 20. Lebensmonat

    Bezugshöhe: 20,80 Euro täglich (rund 624 Euro monatlich) Mehrlinge: 10,40 Euro täglich pro weiteres Mehrlingskind

  • Pauschalvariante 3*: 15 + 3

    Bezugsdauer: bis zum 18. Lebensmonat (Bezug beider Elternteile), ein Elternteil bis maximal zum 15. Lebensmonat

    Bezugshöhe: 26,20 Euro täglich (rund 800 Euro monatlich) Mehrlinge: 13,30 Euro täglich pro weiteres Mehrlingskind

  • Pauschalvariante 4*: 12 + 2

    Bezugsdauer: bis zum 14. Lebensmonat (Bezug beider Elternteile), ein Elternteil bis maximal zum 12. Lebensmonat

    Bezugshöhe: 33 Euro täglich (rund 1.000 Euro monatlich) Mehrlinge: 16,50 Euro täglich pro weiteres Mehrlingskind

  • Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld:

    Bezugsdauer: bis zum 14. Lebensmonat (Bezug beider Elternteile), ein Elternteil maximal bis zum 12. Lebensmonat.

    Bezugshöhe: 80 % des Wochengeldes, mindestens jedoch 1.000 Euro, maximal 2.000 Euro monatlich (Mehrlinge: Zum Einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld gebührt kein Zuschlag!)

    Beim Einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld muss eine durchgängige Erwerbstätigkeit in den letzten 6 Monaten vor Mutterschutzbeginn vorliegen. Gleichgestellt sind Zeiten der vorübergehenden Unterbrechung wegen Mutterschutz und gesetzlicher Karenz bis zum 2. Lebensjahr des Kindes, sofern vor Beginn des Mutterschutzes zumindest eine durchgehende Erwerbstätigkeit von 6 Monaten vorliegt.

*ACHTUNG: die Varianten 1 - 4 gelten nur mehr für Geburten bis 28.02.2017. Die bisherigen Pauschalvarianten werden für Geburten ab 01.03.2017 in ein Kinderbetreuungsgeld-Konto umgewandelt. Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld bleibt mit Änderungen als Option bestehen.

Beachten Sie

Für die Ausschöpfung der Bezugsdauer sind bestimmte Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen vorgeschrieben, ansonsten reduziert sich das Kinderbetreuungsgeld: Die genauen Daten und Untersuchungen erfragen Sie bitte bei der Gebietskrankenkasse.

Antragstellung

  • Das Kinderbetreuungsgeld gebührt nur nach Antrag.

  • Zuständig ist jener Krankenversicherungsträger, bei dem Wochengeld bezogen wurde bzw. bei dem man versichert ist bzw. zuletzt versichert war.

  • Wenn sich die Eltern beim Bezug abwechseln, muss auch der zweite Elternteil einen eigenen Antrag ausfüllen.

  • Das Kinderbetreuungsgeld kann bis zu 6 Monate rückwirkend beantragt werden. Wird im Anschluss an einen Wochengeldbezug noch ein Resturlaub verbraucht, sollte in einem Beratungsgespräch geklärt werden, ab welchem Tag ein Bezug der Leistungen sinnvoll ist, damit es nicht zu einer Überschreitung der Zuverdienstgrenze kommt.

Vorsicht

Eine Geburtsmeldung oder ein Antrag auf Wochengeld ersetzt niemals einen Antrag auf Kinderbetreuungsgeld!

Wenn ein weiteres Baby kommt

Ein gleichzeitiger Bezug beider Elternteile ist grundsätzlich nicht vorgesehen.

Das Kinderbetreuungsgeld des ersten Kindes ruht mit Beginn des Mutterschutzes für ein weiteres Kind. Hinweis: Nimmt der Vater für das erste Kind Kinderbetreuungsgeld in Anspruch, so tritt kein Ruhen während des Wochengeldanpruches für das 2. Kind ein. Der Bezug des Vaters endet mit der Geburt des 2. Kindes.

Kranken- und Pensionsversicherung

Während des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld besteht grundsätzlich eine Krankenversicherung für den/die Bezieher/-in und das Kind. Hiezu ist kein gesonderter Antrag nötig.

Pro Kind gelten darüber hinaus max. 48 Monate der Kindererziehung als Beitragszeiten in der Pensionsversicherung.

fälle aus der praxis

Junge Frau wird von älterer Frau beraten © Alexander Raths, Fotolia.com

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