Eigenverantwortliche Durchführung von Covid-19-Antigentests

Seit dem 27.02.2021 sind u.a. die Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits-  und Krankenpflege und die Angehörigen der gehobenen medizinisch-technischen Dienste berechtigt, selbstständig Covid-19 Antigen-Test durchzuführen (§ 28d Abs. 1 EpiG)

Dieser Artikel soll den Berufsangehörigen, die im privaten Umfeld unentgeltlich „Eintrittstests“ durchführen wollen, eine Unterstützung bieten.

Für die entgeltliche Testung erfolgt die Beratung über die jeweiligen Berufsverbände.

Wer darf Bestätigungen zu „Eintrittstest“ ausstellen?

  • Freiberuflich tätige diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger
  • Freiberuflich tätige Angehörige der gehobenen medizinisch-technischen Dienste
  • Freiberuflich tätige Hebammen
  • u.a.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wo muss ich die freiberufliche Tätigkeit melden?

Um offizielle „Eintrittstest-Bestätigungen“ ausstellen zu können, müssen Sie auf jeden Fall im Gesundheitsberuferegister einen Berufssitz melden.

  • Wenn Sie überwiegend angestellt tätig sind 
    Für Salzburg reicht eine einfache Meldung von der bei der Registrierung angegebenen E-Mailadresse:
    „Hiermit beantrage ich die Eintragung eines Berufssitzes mit der Adresse XX. Ich bleibe weiterhin überwiegend angestellt tätig.“
    per E-Mail an gbr@ak-salzburg.at
    Weitere Informationen finden Sie auf  www.ak-salzburg.at/gbr
    Die Kontaktdaten anderer Länderkammern finden Sie auf https://www.arbeiterkammer.at/gbr

  • Wenn Sie überwiegend freiberuflich tätig sind:
    In diesem Fall ist die Gesundheit Österreich GmbH für Sie zuständig.
    Weitere Informationen finden Sie auf https://gbr.goeg.at/

Muss ich meinen Arbeitgeber darüber informieren?

Auch wenn es sich um eine unentgeltliche Tätigkeit handelt, wird empfohlen den Arbeitgeber über die Aufnahme der freiberuflichen Tätigkeit zu informieren.

Brauche ich dafür eine Schulung?

Wenn Sie durch Ihre Ausbildung oder Praxis über die entsprechenden Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, benötigen Sie keine gesonderte Schulung. Ansonsten ist eine Einschulung z.B. durch Berufsverbände, Berufskolleginnen und -kollegen oder Ärztinnen und Ärzte notwendig.

Brauche ich eine Haftpflichtversicherung?

Es wird auf jeden Fall empfohlen eine Berufs-Haftpflichtversicherung abzuschließen, die auch die selbstständige Tätigkeit umfasst. Bewährt hat sich auch eine entsprechende Berufs-Rechtschutzversicherung.

Was muss auf der Bestätigung stehen?

Vorname, Nachname, Geburtsdatum, Ort der Testung, Art der Testung, Zeitpunkt der Probeentnahme, Testergebnis, Vorname und Nachname der Testerin oder des Testers, Unterschrift und GBR-Nummer. 

TIPP: Wenn Sie über keinen Stempel verfügen, führen Sie Ihren Namen, die Berufssitz-Adresse und die GBR-Nummer gut leserlich an. Das erspart Nachfragen und Diskussionen wenn die Bestätigung  vorgelegt wird.

Können freiberufliche DGKP und MTD Testzertifikate (Grüner Pass) ausstellen?

Testzertifikate (Grüner Pass) können nur solche Stellen ausstellen, welche an die elektronische Testplattform angebunden sind. Freiberuflich tätige DGKP und MTD können nur die bisher bestehenden Testnachweise (Zutrittstests) ausstellen. Diese gelten innerhalb Österreichs im Sinne der 3-G-Regel und der COVID-19-Einreiseverordnung. Ein EU-konformes Zertifikat mit entsprechendem QR-Code kann jedoch nicht ausgestellt werden.

Muss ich einen positiven Test melden?

Einen positiven Test müssen Sie innerhalb von 24 Stunden an die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde melden (§§ 2 und 3 EpiG). Die Meldung hat per Post oder Telefax zu erfolgen. Es wird aber auf jeden Fall empfohlen, die Behörde vorab per Telefon zu informieren.

Worüber muss ich aufklären?

Vor einer Testung müssen Sie Ihre Patientinnen und Patienten nachweislich aufklären.

Risiken: Zum einen muss eine Aufklärung bezüglich der typischen Risiken eines Abstriches erfolgen. Das sind z.B. Irritation, Würgereiz, Schmerz und Schleimhautverletzung.

Einschränkungen: Sie müssen Ihre Patientinnen und Patienten auch darüber informieren, dass der Test gewissen Einschränkungen unterliegt. Dies kann z.B. so aussehen: „Der Test stellt keine medizinische Auswertung bzw. Befundung dar und trifft lediglich eine Aussage darüber, ob das Antigen zum Zeitpunkt der Testung nachweisbar ist.“

Datenschutz: Bei der freiberuflichen Ausübung Ihres Berufes unterliegen Sie auch der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Hier hat eine entsprechende Information zu erfolgen. Ein Beispiel für eine Einwilligungserklärung finden Sie hier.

Was mache ich mit der Dokumentation?

Die Dokumentation muss gemäß dem jeweiligen Berufsgesetz aufbewahrt werden. Für Pflegepersonen (§ 5 Abs. 4 GuKG) und MTD (§ 11a Abs. 3) gilt eine zehnjährige Aufbewahrungspflicht.

Welche Tests darf ich verwenden?

Rechtlich findet sich nur die Einschränkung auf Antigen-Tests. Diese müssen CE zertifiziert sein und dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechen. Es wird empfohlen Tests mit einer Sensitivität von > 90 % und eine Spezifität von > 97 % zu verwenden. Nasopharynx-Abstriche stellen den Goldstandard dar, von dem möglichst nur bei entsprechender medizinischer Indikation abgewichen werden soll. Achten Sie auch auf das richtige Abstrichmaterial. Viele Tests sind für verschiedene Abstricharten zugelassen – die Tupfer unterscheiden sich je nach Abstrichort.

Achtung: Ohne ärztliche Anordnung dürfen Sie gemäß § 28d Abs. 1 Epidemiegesetz nur Abstriche aus Nase und Rachen durchführen.

Woher bekomme ich Tests?

Antigen-Tests sind selbstständig zu besorgen. Es gibt für Freiberufler leider keine zentrale Beschaffung. Eine Übersicht über mögliche Lieferanten finden Sie u.a. unter:

Woher bekomme ich Schutzausrüstung?

Die Verteilung der Schutzausrüstung an freiberuflich tätige Berufsangehörige wird über die jeweiligen Berufsverbände und Interessensvertretungen organisiert:

Sollte Ihr Berufsverband hier nicht aufgeführt sein, wenden Sie sich für Fragen bitte direkt an den Verband.

Wie entsorge ich den anfallenden Müll?

Der im Rahmen der Covid-Testung anfallende Müll gilt nicht als infektiöser bzw. gefährlicher Abfall. Trotzdem sollte die direkte Berührung damit vermieden werden. Es wird die getrennte Entsorgung in einem doppelten Müllsack empfohlen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Hab ich Meldepflichten bei entgeltlicher Testung?

Wenn Sie die Tests freiberuflich mit Gewinnabsicht durchführen, müssen Sie den Gewinn ggf. beim Finanzamt versteuern. Zudem müssen Sie die Tätigkeit der SVS  melden.

Da die Meldepflichten und Höhe der Steuern bzw. Beiträge von verschiedenen Faktoren abhängen, kann hier keine detaillierte Auskunft gegeben werden.

Achtung: Die Tätigkeit in Impf- und Teststraßen darf seit 1.5.2021 nicht mehr freiberuflich erfolgen. Weitere Informationen finden Sie hier.

weiterführende informationen

Weitere Informationen zu dem diesem Thema finden Sie bei der Bundesarbeitskammer und dem ÖGKV.

Zusätzlich können Sie sich an das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit Pflege und Konsumentenschutz wenden: buergerservice@sozialministerium.at

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