12.12.2016
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Familien mit niedrigen AMS-Leistungen winkt rückwirkend mehr Geld

Der Grundbetrag für das Arbeitslosengeld beträgt in Österreich 55 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Liegt diese Summe unter dem so genannten Ausgleichszulagenrichtsatz – für 2016 sind das 882,78 Euro – dann wird das Arbeitslosengeld um einen Ergänzungsbetrag aufgestockt. Auf diesen Betrag wurden in der Vergangenheit auch Familienzuschläge für unterhaltsberechtigte Familienangehörige angerechnet. Heuer hat der Verwaltungsgerichtshof entschieden, dass diese Zuschläge zusätzlich ausbezahlt werden müssen – also eben nicht auf den Ergänzungsbetrag angerechnet werden und diesen kürzen dürfen.

„Bei einer Familie mit drei Kindern macht das im Monat rund 90 Euro aus. Dieses Geld wird jetzt durch das AMS in bestimmten Fällen für Familien mit Kindern rückwirkend neu berechnet“, freut sich AK-Expertin Gerda Klingenbrunner. 

Neuberechnung ab Februar 2016 automatisch, davor auf Antrag!

Konkret erfolgt die Neuberechnung für alle Ansprüche ab dem 24. Februar 2016 automatisch. Aber Achtung: Alles, was vor diesem Zeitpunkt liegt, kann nur aufgerollt werden, wenn man dafür beim AMS einen gesonderten Antrag stellt. „Das ist formlos, persönlich, per Post, Fax oder über ein eAMS-Konto möglich“, sagt Gerda Klingenbrunner. In jedem Fall einen solchen Antrag stellen sollte man, wenn folgendes zutrifft:

  • Es wurde zwischen 1. September 2010 und 23. Februar 2016 eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung bezogen (Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Weiterbildungsgeld, Umschulungsgeld, Übergangsgeld oder einen Pensionsvorschuss).
  • Man hat in diesem Zeitraum Familienbeihilfe für ein oder mehrere Kinder bezogen oder für ein oder mehrere Kinder Unterhalt geleistet.
  • Die AMS-Geldleistung wurde mit einer Bemessungsgrundlage zwischen 1.210 Euro und 2.360 Euro festgelegt. Diese Information findet sich auf der vom AMS übermittelten Mitteilung über die Zuerkennung der Leistung.
TIPP

Anspruch prüfen und Antrag stellen leicht gemacht 

Das AMS hat auf seiner Homepage einen Online-Ratgeber „Nachzahlung des Ergänzungsbetrages“ eingerichtet. Damit kann man überprüfen, ob man Anspruch auf eine Rückzahlung hat und auch gleich ein Antragsformular ausdrucken, ausfüllen und ans AMS übermitteln. Mehr Infos finden Sie hier

Entscheidung kann zu Weihnachten zusätzliches Geld bescheren

AK-Präsident Siegfried Pichler: „Mehr als 16.000 Menschen in Salzburg haben in den vergangenen Jahren auf Grund eines geringen Einkommens eine sehr niedrige AMS-Leistung bezogen. Wir wollen jetzt noch einmal darauf hinweisen, dass die heurige Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes gerade zu Weihnachten jenen, die es am meisten brauchen, zusätzliches Geld bescheren kann. Alle Betroffenen, die sie nicht automatisch erhalten, sollten also unbedingt prüfen, ob sie Anspruch auf die Nachzahlung haben!“

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