10.1.2017
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NEU: SVP-drei kompakt: Kurzmitteilungen zur Arbeit von Sicherheitsvertrauenspersonen

Beauftragte im Betrieb - Warum sind sie wichtig?

Beauftragte sind qualifizierte Experten, die sich um Sicherheit, Gesundheit und Umwelt im Unternehmen kümmern. Beauftragte gelten auf Grund von EU-Vorschriften für alle Mitgliedstaaten. Es kommt daher zu keiner Wettbewerbsverzerrung. Der Anteil der Arbeitszeit, in dem sich Beauftragte in ihrer Funktion ihren Tätigkeiten nachgehen, ist oft relativ gering. Der gewonnene Nutzen macht sich jedenfalls bezahlt.

Beauftragte sind ausgebildete Experten in ihrem Fachgebiet und keine bürokratischen Hindernisse: Ohne diese „Beauftragten“ im Betrieb wäre eine Einzelperson in unserer arbeitsteiligen Welt überfordert.„ Es ist zu einem erheblichen Teil Sicherheitsfachkräften und Arbeitsmedizinern zu verdanken, dass wir heute rund 1/3 weniger Arbeitsunfälle verzeichnen als im Jahr 1994. Seit Inkrafttreten des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG) mit 1. Jänner 1995 ist ein stetiger deutlicher Rückgang bei den gemeldeten Arbeitsunfällen zu beobachten. Ohne Beauftragte kümmert sich niemand im Betrieb aktiv um Sicherheit, Gesundheit und Umwelt.

Alle Beauftragten  nach dem ArbeitnehmerInnenschutzrecht haben eine wichtige Funktion zu erfüllen. Sie unterstützen die Arbeitgeber bei der praktikablen Anwendung und Umsetzung von ArbeitnehmerInnenschutzvorschriften. Ihr gemeinsames Ziel ist, höhere Sicherheit und mehr Gesundheit in der Arbeit zu erreichen. Sicherheitsvertrauenspersonen sind keine Beauftragten, weil sie die Interessen der Belegschaft zu vertreten haben! Bestellte Beauftragte müssen mit SVPs und BR zusammenarbeiten.

In der Regel haben die innerbetrieblichen Experten keine Überwachungsfunktion (die Ausnahme sind Abfallbeauftragte): Die Überwachung und Kontrolle von ArbeitnehmerInnenschutzvorschriften ist eine staatliche Aufgabe und wird durch die Arbeitsinspektion erfüllt.

Beauftragte sind qualifizierte Experten im Betrieb. Ziel und Zweck ist die praktikable Anwendung von spezifischen Rechtsvorschriften und die Bereitstellung einer geeigneten betrieblichen Organisation für den ArbeitnehmerInnenschutz.

Beauftragte nach dem ArbeitnehmerInnenschutzrecht sind speziell ausgebildete Personen, die Präventivfachkräfte: Sicherheitskraft, Arbeitsmediziner und sonstige Fachkräfte insbesondere jedoch Arbeits- und Organisationspsycholog/innen für die Evaluierung psychischer Belastungen.

Die Präventivfachkräfte müssen keine Beschäftigten des Betriebes sein. Die Betreuung kann auch ein sicherheitstechnisches und arbeitsmedizinisches Zentrum übernehmen.

TIPP

AUVA sicher bietet diese Unterstützung kostenlos für Betriebe bis zu 50 ArbeitnehmerInnen pro Arbeitsstätte an.

Kein Betrieb braucht alle Beauftragten

Es gibt in der Realität keinen Betrieb der alle Beauftragten tatsächlich braucht. Solch ein Betrieb müsste nämlich beispielsweise:

  • mehr als 100 Arbeitnehmer beschäftigen
  • UND im Giftgeschäft tätig sein
  • UND mit radioaktiven Material oder Geräten umgehen
  • UND mindestens einem Aufzug betreiben
  • UND einen Dampfkessel ständig überwachen müssen
  • UND auf Baustellen tätig sein
  • UND erhöhte Brand-oder Explosionsgefahr vorweisen
  • UND ein Krankenhaus sein
  • UND Sprengmittel erzeugen
  • UND Sprengungen vornehmen
  • UND Lasergeräte verwenden
  • UND er müsste noch Gefahrgut befördern.

Je nach betrieblicher Notwendigkeit können folgende Beauftragte im Einsatz sein:

  • Brandschutzbeauftragte und Brandschutzwarte
  • Strahlenschutzbeauftragte
  • Inhaber eines Giftbezugscheines
  • Giftbeauftragte
  • Hebeanlagenwärter
  • Betriebswart
  • Abfallbeauftragte
  • Gefahrgutbeauftragte
  • Schieß- und Sprengmittelbeauftragte
  • Sprengbefugte
  • Laserschutzbeauftragte
  • Baukoordinator
  • Krankenhaushygieniker

Was ich als SVP im Umgang mit den Beauftragten beachten muss?

Beauftragte müssen mit den SVPs und BR kooperieren. Für Präventivfachkräfte sind die SVPs wichtige Ansprechpersonen für innerbetriebliche Gefahrenquellen und Probleme. In Betrieben ohne Betriebsrat sind die SVPs wichtige Personen für die gesamte Koordination des ArbeitnehmerInnenschutzes im Betrieb. Sie unterstützen die Präventivfachkräfte bei betrieblichen Aktionen. SVPs zeigen Probleme der Belegschaft auf und vertreten die Interessen der Arbeitnehmer in Sachen Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Sohin haben sie eine zentrale Rolle in der innerbetrieblichen Kommunikation.

Wichtig

Also zögern Sie nicht Probleme anzusprechen und an die Experten weiterzutragen, die sich dann um die Lösung für die Beschäftigten einsetzen!

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