18.11.2020

Verdacht auf Berufskrankheit

Eine COVID-19-Erkrankung kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Berufskrankheit darstellen. Liegt ein Verdacht vor, muss der Arbeitgeber bzw. der behandelnde Arzt dies jedenfalls an den Unfallversicherungsträger, z. B. die AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt), melden.

Über die (Spät)Folgen einer Covid-19-Erkrankung ist nach wie vor wenig bekannt. Dies ist vor allem bei asymptomatischen und milden Verläufen der Fall. Umso wichtiger ist es, den Unfallversicherungsträgern wie etwa der AUVA in Corona-Zeiten jegliche Infektion mit Covid-19 zu melden, bei der der Verdacht auf einen beruflichen Zusammenhang gegeben ist.

Doch für welche Bereiche könnte eine Covid-19-Infektion als Berufskrankheit gelten? In Krankenhäuser, Heil- und Pflegeanstalten, Entbindungsheime und sonstige Anstalten, die Personen zur Kur und Pflege aufnehmen. Die Bestimmungen gelten auch für öffentliche Apotheken, Einrichtungen und Beschäftigungen in der öffentlichen und privaten Fürsorge. Auch Schulen, Kindergärten, Säuglingskrippen sowie der Gesundheitsdienst und Laboratorien für wissenschaftliche und medizinische Untersuchungen und Versuche gehören dazu. Genauso Justizanstalten und Hafträumen der Verwaltungsbehörden bzw. Unternehmen, in denen eine vergleichbare Gefährdung besteht.

Unabhängig davon empfiehlt die AK Salzburg aber grundsätzlich jeden Verdacht auf eine arbeitsbedingte Infektion dem Arbeitgeber, sowie (wenn vorhanden) dem Betriebsrat und der Sicherheitsvertrauensperson mitzuteilen und sie dazu veranlassen diese an den zuständigen Unfallversicherungsträger zu melden.

Damit kann (im Fall einer Anerkennung als Berufskrankheit) sichergestellt werden, dass Heilbehandlungen, Rehabilitation oder möglicherweise auch finanzielle Unterstützung erhalten werden. Wird eine Berufskrankheit durch Infektion mit dem Coronavirus vermutet, sind laut Allgemeiner Unfallversicherungsanstalt (AUVA) jedenfalls jene Fälle zu melden, in denen ein positiver Labortest auf COVID-19 vorliegt und der Verdacht auf einen beruflichen Zusammenhang gegeben ist. Die Beurteilung, ob eine Berufskrankheit vorliegt, obliegt dem Unfallversicherungsträger. Somit gilt: Auch im Zweifelsfall ist eine Berufskrankheiten-Meldung zu erstatten. 

Eine Meldung kann im Übrigen auch nach einer Erkrankung erfolgen. Selbst Jahre später besteht – bei Anerkennung – ein Leistungsanspruch.

AK fordert rasche Modernisierung der BK-Liste

Aus der Sicht der Beschäftigten ist eine Einschränkung auf bestimmte Unternehmen angesichts der Erfahrungen mit der Pandemie nicht gerechtfertigt. Auf Grund der hohen Infektiosität und der „Unsichtbarkeit“ des Virus sind sämtliche Beschäftigte, die berufliche Sozialkontakte haben einem arbeitsbedingten erhöhtem Risiko einer Infektion ausgesetzt.

2013 wurde die Berufskrankheitenliste das letzte Mal (minimal) angepasst. Zwar wird die „Modernisierung der Berufskrankheitenliste” im aktuellen Regierungsprogramm als ein Vorhaben definiert - passiert ist jedoch bisher nichts. Dabei besteht allgemein ein großer Aktualisierungsbedarf bei der Berufskrankheitenliste. Das betrifft etwa bandscheibenbedingte Erkrankungen der Hals- und Lendenwirbelsäule durch langjähriges Heben oder Tragen schwerer Lasten, arbeitsbedingte Krebserkrankungen oder psychische Erkrankungen.

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