19.4.2016
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Gegen Lärm am Arbeitsplatz

Rund eine halbe Millionen Menschen in Österreich arbeiten an einem Lärmarbeitsplatz. Das bedeutet, dass sie täglich hohen, gesundheitsgefährdenden Schalldruckpegeln ausgesetzt sind.

Lärmschwerhörigkeit

2014 wurden in Salzburg 56 Fälle von Lärmschwerhörigkeit anerkannt, in Österreich waren es 597. Damit ist Lärmschwerhörigkeit sowohl in Salzburg, als auch in Österreich die häufigste Berufskrankheit. Im Übrigen seit Jahren.

Diese Zahlen belegen, dass im Bereich der Lärmprävention akuter Handlungsbedarf besteht. Gerade weil Lärm mittlerweile in vielen Lebensbereichen allgegenwärtig ist, werden die Auswirkungen auf die Gesundheit massiv unterschätzt.

So ist Lärmschwerhörigkeit irreversibel und mit schwerwiegenden Konsequenzen für Betroffene und deren Angehörige verbunden. Durch das stark beeinträchtigte Hören in Frequenzbereichen der menschlichen Sprache wird allen voran die zwischenmenschliche Kommunikation massiv erschwert. Das birgt die Gefahr sozialer Isolation und psychischer Erkrankungen, beispielsweise der Depression.

Die Lärmschwerhörigkeit ist das Aushängeschild der Lärm-Thematisierung. Als solche spielt Lärm in vielen Gewerbezweigen eine große Rolle. Allen voran sind hier Wirtschaftszweige „Metall“ und „Bau“ zu nennen.  In Relation zur Anzahl der Beschäftigten ist hier branchenspezifisch eine hohe Anzahl lärmexponierter Beschäftigter zu vermerken. Auch in Bereichen Großhandel und Logistik ist Lärmschwerhörigkeit ein Thema. Verursacht wird sie jedenfalls durch jahrelanges Arbeiten in Bereichen, in denen durchschnittliche (auf die Dauer eines 8-Stunden-Arbeitstages bzw. einer 40-Stunden-Arbeitswoche gerechnete) Schalldruckpegel von 85 oder mehr dB vorherrschen.

"leiser" Lärm

Unter diesem Begriff versteht man Schallereignisse, die nicht als gehörgefährdend zu bezeichnen sind, aber dennoch als belastend, störend, gesundheitsgefährdend etc. wahrgenommen werden. So können vor allem im Zusammenhang mit anderen Belastungen (Arbeitsstress, klimatische Bedingungen, geringschätzende Arbeitsatmosphäre, etc.) etwa Gereiztheit, Ermüdungs-  und Erschöpfungszustände bis hin zum Burn-Out durch Lärm entstehen bzw. verstärkt werden.


Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz sieht einen umfangreichen Schutz im Zusammenhang mit sowohl gehörgefährdendem als auch anderweitig gesundheitsgefährdendem Lärm vor. Dabei spielt vor allem die für alle ArbeitgeberInnen verpflichtete Erhebung und Beurteilung von Gefahren und des Durchsetzens von Maßnahmen (Evaluierung) eine zentrale Rolle. Es gilt „die zum Schutz des Lebens, der Gesundheit sowie der Integrität und Würde erforderlichen Maßnahmen“ zu setzen.

Lärm ist ein gutes Beispiel für die dauernde Beeinflussung sogenannter Umgebungsfaktoren. Die Gefahr sie (nicht nur bei der Arbeit) für selbstverständlich zu halten, sie als „normal“ anzusehen, ist sehr groß. Deshalb bedarf es einer Thematisierung und eines Nachdenkens darüber, wie wir beschallt werden wollen/sollen. Wenn wir, wie Peter Androsch Schall als ein Lebensmittel auffassen, das wir täglich zu uns nehmen, so lässt sich für eine bewusste Ernährung plädieren!

Der 27.4.2016 ist der internationale Tag gegen Lärm

Es bietet sich an, diesen Tag zum Anlass zu nehmen, um über Lärm im eigenen Betrieb nachzudenken und einschlägige Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit von ArbeitnehmerInnen  zu initiieren.  


men@work

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Gefahren erkennen

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